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Sonntag, 21. März 2021

Im Gespräch mit 650 Menschen: Bauland-Dialog digital

Auch nach einem Jahr vor dem Bildschirm sind Teilnehmer*innen noch dankbar für Online-Konferenzen - wenn sie gut gemacht sind

650 Teilnehmer*innen, 178 Besucher*innen in der digitalen Cafeteria, gut 8000 Zugriffe auf die dazugehörige Website am Konferenztag, vorsichtige Interaktion mit dem verbundenen Miro-Board. Das ist die Bilanz des Bauland-Dialogs NRW 2021, veranstaltet von NRW.Urban und der BEG. Ich war bei der Planung der Veranstaltung mit im Boot und habe moderiert. Für die technische Umsetzung war netzfactor aus Bochum verantwortlich - tolle Betreuung!

Wer braucht den Bauland-Dialog? In der Regel kommen Bürgermeister, Baudezernenten und kommunale Planer. Ministerin Ina Scharrenbach eröffnet, woraufhin die Veranstaltergemeinschaft das Füllhorn der Unterstützungsleistungen öffnet, die Kommunen für die Stadterneuerung in Anspruch nehmen können. Übersetzt ins Digitale läßt das Frontalbeschallung erahnen. War es aber nicht, was vor allem den beiden kompetenten Kommunikatorinnen Jennifer Freckmann und Aurélia Ölbey geschuldet ist, die sich immer wieder gern auf Vorschläge einlassen, eine Veranstaltung für alle Beteiligten bereichernd zu machen.

650 Menschen loggten sich über den Tag in die Konferenz ein, das ist locker die dreifache Zahl der üblichen Besucher vergangener Bauland-Dialoge. Davon waren gleichzeitig immer etwa 400 bis 420 im Zoom. Zu viele, um sie auch nur annähernd im Blick zu behalten, und doch funktionierte es: Über den Chat eingespeiste Fragen lassen sich in der Moderation gut mit verwerten und geben mir als Moderatorin eine Wasserstandsmeldung, wie die Stimmung ist. Ausreichend bemessene Pausen zwischen den diversen Foren beugen der vorzeitigen Ermattung vor - und weil der Zoom-Raum geöffnet blieb, fühlten sich diejenigen, die vor dem Bildschirm sitzenblieben ermutigt, in diesen formlosen „Backstage"-Situationen weitere Fragen loszuwerden. Das haben wir aufgegriffen und ab Session 1 zum Standard erhoben.

Einen Medienbruch strafen Teilnehmer*innen oft ab, indem sie gehen. Der Weg vom Forum in die Cafeteria - technisch der Gang von einer Zoom-Sitzung zur anderen - funktionierte aber erstaunlich gut! Weil das Angebot (Kleingruppengespräche und Einzelberatung durch Experten) solide war, und weil der Weg (ein elegant integrierter Button auf der Veranstaltungswebsite bzw. der Link im Zoom-Chat) einfach war. Selbst nach dem Ende der offiziellen Konferenz ließen sich über einhundert Teilnehmer*innen noch in die Cafeteria locken, um die Gespräche dort fortzusetzen.

Das Miro-Board wurde noch eher vorsichtig genutzt: 237mal über die Website plus (nicht erfasste, aber sichtbare) weitere Zugriffe über den Link im Chat. Mit Blick auf die kommunale Zielgruppe und ihre technischen Möglichkeiten und Arbeitsweisen ist das sehr akzeptabel. Das Board rahmte auch zeitlich die Veranstaltung ein: über mehrere Tage zugänglich lieferte es vorher den Appetithappen und nachher den schnellen Zugriff auf Teilnehmerfeedback und die Präsentationen der Inputgeber*innen. Eine Rückmeldung aus vielen: "Unter den vielen Videokonferenzen der vergangenen Monate war diese hier der absolute Höhepunkt!"

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