Seitenanfang

Sonntag, 12. März 2017

Frischer Wind bei der WIN

 „Machen statt Jammern“ – münstersche Unternehmen finden längst neue Verkehrslösungen

 

 

 

 Foto: Günter Benning, WN

Seit Anfang des Jahres darf ich die Wirtschaftsinitiative Münster (WIN) dabei unterstützen, sich neu zu sortieren: Werte, Ziele, Zielgruppen, Positionierung. Ein Ergebnis ist das neue Selbstverständnis: Die WIN sieht ihre Rolle darin, relevante Themen aufzugreifen, Debatten anzustoßen und Akteure zu vernetzen. Bei der Veranstaltung „Frisches Denken: Mobilität“ am 8. März war dies erstmals sichtbar. Der Anspruch der Veranstaltung: Wir zeigen, welche Lösungen münstersche Unternehmen finden, um den Pendlerstau zu entschärfen, ihre Mitarbeiter zu schützen und sich im Verkehr effizient zu bewegen.

80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer interessierten sich für die Veranstaltung mit Experten-Inputs und Podiumsdiskussion. Der sehr junge Verkehrsplaner Frieder Wanderer stellte seine Version einer umgeplanten Hammer Straße vor, auf der Begegnung möglich wird. Sein erfahrener Planerkollege und Difu-Experte Jörg Thiemann-Linden aus Köln ergänzte Best Practice-Beispiele aus ganz Europa, denn in Münster, sagt er, sei in punkto Kreativität durchaus Luft nach oben.

Bei den münsterschen Unternehmen ist das Spektrum an Lösungen breit: Der LVM sorgt seit Jahren mit Radler-Duschen und Homeoffice-Modellen für Entspannung bei den Mitarbeitern. Die Flaschenpost hat ein disruptives Geschäftsmodell mit 90-Minuten-Lieferzeiten, findet den Verkehr in Münster aber gar nicht so problematisch. Brief & mehr beliefert seine Zusteller „on the fly“ und plant die Routen mit intelligenter Software. Der SuperBioMarkt denkt groß und plant, die Kern-Zulieferer zu Logistik-Drop-offs zu machen. Und wer bislang dachte, dass Handwerker nur mit Lieferwagen unterwegs seien, durfte von ExKern-Chef Thorsten Kubitza hören, dass die Projektleiter Bau längst mit steueroptimierten E-Job-Bikes unterwegs sind und die Zulieferungen vom Lager demnächst mit Lastenrädern erledigt werden.

Fazit: Frischer Wind wirkt. Die Neuausrichtung fand große Aufmerksamkeit. Das Thema Mobilität wird unter ähnlich frischen Rahmenbedingungen eine Fortsetzung finden.