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Dienstag, 16. Februar 2016

Co-Working kann schiefgehen

Das Dropbox-Desaster. Warum Vertrauen gut ist, absichern aber trotzdem nötig

Es gibt Dinge, die kann man gar nicht glauben, bis sie passieren: Ich sitze spätnachmittags am Rechner und stelle auf einmal fest, dass in meiner Dropbox Bewegung ist. An sich nicht ungewöhnlich: Ich arbeite mit mehreren Menschen zusammen und teile Ordner. Aber es hört nicht auf.

Ich prüfe die Dropbox und stelle fest, dass eine Kundin gerade Unmengen an Fotos in meinen Webspace lädt und meine etwa fünf Gigabyte große Dropbox kurz vor dem Platzen ist. Ich rufe die Kundin an, um die Umstände ihres Vorhabens zu erfragen. Das gemeinsame Projekt ist nämlich seit geraumer Zeit beendet und, nebenbei bemerkt, atmosphärisch nicht gut gelaufen in der Spätphase. Die Kundin ist der Meinung, wenn der Dropbox-Ordner ihren Namen trage, habe sie das Recht, dort Fotos zu speichern. Ich erkläre die Eigentumsverhältnisse und sage, dass ich ungern ihre Fotos löschen würde, mich aber dazu gezwungen sähe, wenn mein kompletter Speicherplatz mit ihren Fotos belegt sei. Dass ich auf ihre Fotos zugreifen würde, findet sie befremdlich. Ich schlage vor, sie könnte ihre eigene Dropbox nutzen. Sie sagt zu, dass sie sich etwas überlegen will.


Eine Stunde später hat sie das Problem für sich gelöst. Sie hat ihre Dateien verschoben und meine gelöscht. Der Dropbox-Ordner ist leer! Ganz leer.
Ich bin sehr froh, dass ich - aller Einfachheit zum Trotz - nie meine Originaldateien in geteilten Ordnern ablege, sondern immer nur eine Kopie. Niemals hätte ich mit so etwas gerechnet. Was ist die Lehre für mich?


1. Zusammenarbeit ist mittlerweile wunderbar komfortabel und nicht mehr abhängig von Orten. Die technischen Möglichkeiten zum Datenaustausch nutze ich gern - natürlich auch weiterhin.
2. Trotz der verführerischen Einfachheit muss ich den Verstand einschalten, wenn ich mit anderen auf derselben Plattform zusammenarbeite. Die eigenen Daten und das geistige Eigentum zu schützen ist unverzichtbar.
3. Ich werde eine Routine entwickeln: Mit wem arbeite ich auf welcher Plattform? Wer bekommt welche (Lese-/ Schreib-)Rechte? Wie betreibe ich Datensicherung, für den Fall dass Daten verlorengehen?